Resveratrol: ein akademischer Star unter den Naturstoffen???
Bereits 2005 hat das Ulmer Forschungs Team eine weitere Anwendung entdeckt, die den guten Ruf der Substanz mehren dürfte.
In viele medizinische Veröffentlichungen wird der Substanz, die vor allem in der Schale und den Kernen der roter Weintrauben vorkommt, eine, die Gesundheit fördernde Wirkung zugeschrieben.
Das Forscherteam um Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, und Privatdozentin Simone Fulda, Leiterin des Landesforschungsschwerpunktes Apoptose der Universität Ulm, fanden bereits 2005 heraus, dass Resveratrol die Resistenz von Tumorzellen gegenüber Krebstherapien aufhebt.
Die Erkenntnis gewannen die Forscher in vitro an Tumorzelllinien und primären Tumorzellen. Grundlagenforschung zwar, aber „mit direkten Implikationen für eine potenzielle klinische Anwendung“, wie Simone Fulda die Tragweite des Projektes erläutert. Das Vorhaben förderte die Wilhelm-Sander-Stiftung mit über 200.000 Euro. Trotz aggressiver Behandlungsmethoden haben viele Krebspatienten weiterhin eine schlechte Prognose, weil das zelleigene Selbstmordprogramm (Apoptose) in vielen Tumoren blockiert ist. Diese Blockade ist „eine der Voraussetzungen, die das Entstehen von Tumoren überhaupt erst ermöglicht“, erläutert Fulda. Die meisten Krebsmedikamente wirken vor allem dadurch, dass sie in Tumorzellen den Selbstzerstörungsmechanismus auslösen. Herkömmliche Therapien bleiben bei solchen Geschwülsten wirkungslos. Der Weichmacher Die Idee, Resveratrol krebsvorbeugend einzusetzen, besteht schon länger. Nach den Worten der Ulmer Medizinerin gibt es „überzeugende Daten in Xenograft Mausmodellen, die die chemopräventive Wirkung von Resveratrol belegen.“
„Unsere Entdeckung aber“, so Simone Fulda weiter, „bestand vor allem darin, dass Resveratrol in der Kombination mit zytotoxischen Stoffen Zelltod auslöst und somit möglicherweise in der Krebstherapie eingesetzt werden könnte. Und zwar als „Sensitizer" in Kombinationstherapien mit konventionellen Krebsmedikamenten, beziehungsweise in Kombination mit anderen experimentellen Substanzen wie dem zytotoxischen Zytokin TRAIL, um resistente Tumorzellen wieder sensitiv für eine Chemotherapie zu machen. Resveratrol wirkt dabei sozusagen als „Weichmacher", indem die Blockade in bestimmten Apoptoseprogrammen wieder aufgehoben wird und somit die Tumorzellen wieder ungeschützt sind gegenüber der Chemotherapie.“ Auf molekularer Ebene fanden die Ulmer Wissenschaftler heraus, dass Resveratrol über transkriptionelle und posttranskriptionelle Vorgänge das Apoptose-hemmende Protein Survivin außer Kraft setzt. Untersucht wurden Gliobastom, Neuroblastom, Medulloblastom, Pankreaskarzinom, Mammakarzinom, Prostatakarzinom, Nierenkarzinom, Leukämien und Melanom.
Steht Resveratrol vor einer klinischen Karriere? Simone Fulda gibt sich vorsichtig optimistisch: „Vor einer Anwendung in klinischen Studien sind weitere Versuche in Tiermodellen notwendig. Da Resveratrol bereits in einer Formulierung verfügbar ist, die eine Applikation am Menschen erlaubt und bereits eine Studie zur Verträglichkeit von Resveratrol bei gesunden Probanden durchgeführt wird, ist eine klinische Anwendung von Resveratrol durchaus realistisch.“
Quelle wp - 03.11.05 /bio-pro.de/de
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