Pizarra (Andalusien) - Gewagte Auffahrt und tolle Aussicht

Pizarra lockt Besucher mit seiner Jesus - Statue und Baudenkmälern im historischen Stadtkern. (Bericht der CSN Malaga) 35km von Malgaga liegt Pizarra


Jesus steht mit erhobenen Armen oben auf dem Berg, und alle Bewohner des Dorfes können zu ihm aufblicken. Was sich zunächst anhört wie ein Bibelzitat, stammt aus einem Prospekt des Dorfes Pizarra. Der rund 8000 Einwohner zählende Ort liegt etwa 30 km von Malaga am Fuße der "Sierra de Gibralmora". Überragt wird die abgeschiedene Gemeinde von einer überdimmensionalen Jesus - Statue, die von einem 449 m hohem Hügel aus über den ganzen Ort zu blicken scheint.
Mancher Betrachter des Standbildes wird sich an die berühmte Christusstatue in Rio de Janeiro erinnert fühlen. Doch während das Wahrzeichen Rio`s gut 30 m misst, ist das Baudenkmal von Pizarra gerade mal 3 m hoch. Auch der Eindruck, die Statue stammte aus einer längst vergangen Zeit trügt.
Zwar wurde bereits 1921 das alte Kreuz auf der "Sierra de Gibralmora" durch eine Jesusstatue ersetzt, doch dann 1936 im Bürgerkrieg wieder zerstört. So stammt die aktuelle Version des Monuments erst aus dem Jahre 1995.
Trotzdem lohnt sich der Aufstieg zu "El Santo", wie die Dorfbewohner ihre Statue liebevoll nennen schon wegen der guten Aussicht. Dabei sollten zartbesaitete Autofahrer ihren Wagen besser stehen lassen und zu Fuß auf den Gipfel wandern. Denn die vier Kilometer lange Straße, die auf den Berg führt, ist nicht geteert und am Ende so schmal, dass man als Fahrer nur hoffen kann, dass der Gegenverkehr ausbleibt.Nicht selten erstreckt sich auf der einen Seite des Schotterweges ein tiefer Abgrund und auf der anderen Seite eine steile Felswand. Wer den steilen Aufstieg auf sich nimmt, wird oben mit einem hervorragenden Ausblick über das gesamte Tal des Flusses Guadalhorce belohnt.
Doch auch wenn man von "El Santo" einmal absieht, ist Pizarra einen Tagesausflug wert. Das Dorf liegt direkt am Rio Guadalhorce. Von einer alten Steinbrücke führt der Weg direkt ins Dorf hinein. Von der Touristen-Information geht es links direkt zum historischen Kern der Stadt. Durch zahlreiche Gassen führt der Weg zur Kirche "San Pedro Apostol". während die erste Kirche von Pizarra bereits 1499 durch den Bischof von Malaga erbaut wurde, stammt die heutige Version erst aus dem 18. Jahrhundert. Unmittelbar neben der Kirche, befindet sich ein kleiner, aber schön angelegter Kirchgarten. So laden ein Springbrunnen und und Schatten spendende Bäume zu einer Pause beim Stadtrundgang ein. Knapp 100 m entfernt steht der Palast des Grafen von Puerto Hermoso, ein Ort, an dem schon Geschichte geschrieben wurde. So fand hier 1922 eine entscheidende Konferenz anlässlich des mexikanischen Krieges statt. Das Gebäude kann allerdings nur von aussen besichtigt werden, da es der Grafenfamilie nach wie vor als Wohnsitz dient. Weniger offensichtlich liegt das Kloster der "Hermanas de la Cruz" in einer kleinen Seitengasse in Pizarra. Wer hier an die unscheinbare Pforte klopft, wird freundlich empfangen, und in die prunkvolle Marienkapelle geführt, in der ein lebensgrosse Statue der Heiligen Jungfrau aufbewahrt wird. Die Kapelle der örtlichen Schutzpatronin liegt hingegen etwas ausserhalb des Ortes. Sie stammt noch aus dem 16. Jahrhundert und ist direkt an einen Berghang gebaut. Besonders auffällig ist das neugotische Portal mit seinen roten Umrandungen, welches Anfang des 20.Jahrhunderts angebaut wurde. Knapp 2 km westlich von Pizarra liegt ein Gemeindemuseum mit antiken Möbeln und prähistorischen Funden.
Hier befindet sich auch ein schönes Restaurant, in dem sich die Besucher stärken können, denn im Ortskern sucht man vergebens nach einem einladenden Platz mit mehreren Restaurants. Der gemütliche Innenhof der Anlage bildet einen guten Ausklang für den Ausflug ins Hinterland der Provinz.

Mit der CSN immer gut informiert

http://www.csn-malaga.com/

Sonnige Grüsse aus Andalusien
Stefan Grünewald
www.monte-verde-products.com

Stefan Grünewald


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