Aufruf Protestaktion-Waldzerstörung in Kolumbien für Agrarsprit
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, sehr geehrter Herr Minister Gabriel,
mindestens 1500 Orang-Utans werden jedes Jahr als Folge neuer Palmöl-Plantagen in Indonesien ermordet, weil sie die frisch gepflanzten Schößlinge fressen. Die Menschenaffen sind in ihrer Not inzwischen auf Nahrung aus den Palmöl-Plantagen angewiesen, nachdem ihr Lebensraum, die Regenwälder, zerstört wurde.
Den blutigen Job des Abschlachtens machen die Plantagenarbeiter, aber indirekt mitverantwortlich sind Sie, Frau Bundeskanzlerin Merkel, und ihre Regierung. Sie haben in der EU den verstärkten Einsatz von Agrarenergie durchgesetzt und damit den massenhaften Verbrauch von Palmöl für Stromerzeugung und Autodiesel angeheizt. Erst die Nachfrage aus dem Ausland macht es für Indonesien rentabel, die Palmölplantagen auszuweiten.
Die Schreibtischtäter sitzen damit in Brüssel und Berlin. Wir Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland werden durch Ihre Politik unfreiwillig zu Mittätern. Sie sollten wissen, dass zum Beispiel ein Palmöl-Kraftwerk bei uns auf rund 20 Jahre Laufzeit angelegt ist. Wenn Sie Ihre Energiepolitik nicht drastisch ändern, werden schon bald sämtliche Orang-Utans ausgerottet sein. Schauen Sie sich dieses Video an, Frau Merkel! Es zeigt die Leiden unserer nächsten Verwandten, ausgelöst durch den weltweiten Agrarenergie-Wahnsinn.
http://www.regenwald.org/news.php
Zahlreiche Studien beweisen inzwischen: Die boomende Agrarenergie-Branche zerstört Wälder, Savannen und Moore, rottet Tiere und Pflanzen aus und heizt den Klimawandel zusätzlich an. Kleinbauern und Indigene werden teils brutal von ihren Ländereien vertrieben. Als Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau verschärft Agrarenergie den weltweiten Hunger und wird zum sozialen Sprengsatz. Das gilt für Palmöl-Diesel aus Südostasien genauso wie für Energie aus brasilianischem Soja oder Zuckerrohr.
Ich fordere Sie auf:
Beenden Sie unverzüglich den Agrarenergie-Wahnsinn und stoppen Sie jegliche Förderung von Agrarenergie! Betreiben Sie endlich als Alternative zur Agrarenergie eine Politik, die konsequent auf Energieeinsparung setzt!
Mit freundlichen Grüßen
i.M Greiner
Die Videobilder, die Ende Juli 2007 in Jakarta der Presse vorgestellt wurden, zeigen schockierende Aufnahmen: Tote Orang-Utans mit Einschusslöchern in den Köpfen und schwer verletzte Tiere, die von Mitarbeitern vom indonesischen „Zentrum für Orang-Utan-Schutz“ (COP) gerettet werden konnten. „Mindestens 1500 Orang-Utans wurden 2006 auf Borneo und Sumatra getötet“, sagt COP-Direktor Hardi Baktiantoro. „Fast immer als Folge neuer Palmöl-Plantagen auf Kosten der Regenwälder.“
Die Menschenaffen suchen zwangsläufig Nahrung in den Plantagen, weil ihre Wälder zerstört wurden. Plantagenarbeiter töten die Orang-Utans, um Ernteausfälle zu vermeiden. Vor allem in Kalimantan auf Borneo breiten sich die Palmöl-Monokulturen derzeit rasend schnell aus. „Wenn die Waldzerstörung so weiter geht, werden die Orang-Utans schon bald für immer ausgerottet sein“, warnt Hardi Baktiantoro. Obwohl der Abschuss der streng geschützten Menschenaffen ein klarer Verstoß gegen indonesisches Gesetz sei, „wurde bisher niemand für die Verbrechen verantwortlich gemacht.“
Die eigentlich Verantwortlichen sitzen ohnehin ganz woanders, in Berlin zum Beispiel. Bundeskanzlerin Merkel hat als EU-Ratsvorsitzende im ersten Halbjahr 2007 den massenhaften Verbrauch von Agrarenergie für Stromerzeugung und Autodiesel durchgesetzt. Erst durch die Nachfrage aus dem Ausland wird es für Länder wie Indonesien wirtschaftlich interessant, die Palmöl-Plantagen auszuweiten. Mit ihrer Politik für so genannte „nachwachsende Rohstoffe“ hat Merkel den Run auf Agrarenergie weiter angeheizt.
Weltweit kritisieren immer mehr Umweltorganisationen die Energieproduktion aus Pflanzen und fordern stattdessen eine konsequente Energieeinsparung. Über 100 Umweltgruppen haben kürzlich von der EU ein sofortiges Moratorium für die Energiegewinnung aus Palmöl gefordert.
Fordern Sie von Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Umweltminister, den Agrarenergie-Wahnsinn sofort zu stoppen. Fordern Sie als Alternative zur Agrarenergie eine Politik, die konsequent auf Energieeinsparung setzt.
Bitte schreiben Sie selbst formulierte Briefe oder nutzen Sie den folgenden Musterbrief:
Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Bundeskanzleramt
Willy-Brandt-Str. 1
10557 Berlin
Fax: 030-4000-2357
E-mail: bundeskanzler@bundeskanzler.de
Herrn Minister Sigmar Gabriel
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Alexanderplatz 6
10178 Berlin
Fax: 01888-305-2016
E-mail: presse@bmu.bund.de
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